Das Pinguin Prinzip

Hallo mal wieder,

nachdem ich jetzt schon länger nichts mehr verfasst habe, was hauptsächlich damit zusammenhängt, dass ich mich gerade mit allerhand Dingen beschäftige, wollte ich zwischendurch hier mal ein kleines Video verlinken, das so wunderbar die Kraft der Erkenntnis über die eigene Individualität vermittelt. Es trägt den Titel „Das Pinguin-Prinzip“ und ist die Zugabe des Programms „Glücksbringer“ von Eckhart von Hirschhausen (hier seine 7 Dinge übers Glück):

 

Und wer sich fragt: „Woran arbeitet der Geri eigentlich grade?“, dem sei gesagt, dass ich einerseits schon einige Zeit daran arbeite, die Basen im Human Design/Rave I Ching selbst zu verstehen und dann für alle verständlich zu machen – das ist das längerfristige Projekt (wird dann wohl ein Buch daraus). Andererseits bin ich auch damit beschäftigt, meine eigenen Themen effektiv zu klären, habe in letzter Zeit sehr viel intuitiv gearbeitet und entsprechend neue Einsichten erlangt und werde auf gute Weise immer wundersamer 😉 Nicht zuletzt braucht auch mein kleiner Sohn entsprechend viel Hinwendung und meine Lebensgefährtin soll ja auch mit Liebe versorgt sein 🙂

Aufgrund meiner neueren Erkenntnisse werde ich meine Arbeitsweise nun abändern, aber das werde ich dann gesondert in absehbarer Zeit hier posten.

 

Alles liebe,

Geri

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Typologie und ihre Tücken

Hallo meine lieben Leser,

heute möchte ich mich einem wichtigem Thema widmen, nämlich den Fallstricken in der Lehre der Typen im Human Design. Jeder, der sich schon mal ein wenig mit dem System befasst hat, hat vermutlich auch schon von den Grundtypen Manifestor, Projektor, Generator (und manifestierender Generator) sowie Reflektor gehört – manche Richtungen verwenden andere Bezeichnungen, was aber am Ende dasselbe in Grün ist.

Um das nochmal schnell zu rekapitulieren: Ein „Reflektor“ ist jemand, der kein einziges Zentrum definiert hat. „Generatoren“ sind jene, die ein definiertes Sakralzentrum haben, ist dabei ausserdem noch ein Motor mit dem Kehlzentrum verbunden, spricht man vom „Manifestierenden Generator“. Hat jemand einen Motor zum Kehlzentrum verbunden, aber kein definiertes Sakralzentrum, so nennt man ihn „Manifestor“, und hat man weder ein definiertes Sakralzentrum, noch einen Motor, der zum Kehlzentrum verbunden ist, wird man als „Projektor“ bezeichnet.

Typen

So weit, so bekannt. Was weniger bekannt ist – diese Form der Einteilung gab es nicht von Anfang an. Die ersten zwei Publikationen von Ra waren „Das Human Design System“(1991/92), genannt schwarzes Buch und „Aus dem Buch der Lettern“(1995/96), auch bekannt als weisses Buch. In keinem der beiden Bücher werden die Typen auch nur erwähnt, aber es wird von zwei verschiedenen „Modi“ gesprochen, und zwar dem Modus „Tun“ und dem Modus „Warten“. Hier heisst es einfach, wer einen Motor zur Kehle verbunden hat, kann jederzeit handeln und in die Tat umsetzen, jemand der das nicht hat, hat zu warten. Nun könnte man natürlich mutmassen, der Modus sei einfach noch eine gröbere Einteilung gewesen, die mit den Typen später verfeinert wurde – allerdings gibt es da einen wichtigen Unterschied: Bei der Einteilung nach Modus gibt es etwa 45% „Tun“-Menschen und etwa 55% „Warten“-Menschen, während bei der Einteilung nach Typen es nur etwa 10% „Tun“-Menschen (Manifestoren) gibt und 90%, die „Warten“-Menschen sind. Dabei gehe ich von der Interpretation Ra’s aus, die sowohl für pure Generatoren als auch manifestierende Generatoren die Strategie „Warten und reagieren“ ausgibt. Würde man den manifestierenden Generatoren dieselbe Strategie mit auf den Weg geben wie Manifestoren, wären wir wieder bei 45% zu 55%.

Nachdem die Diskrepanz zwischen 45% to-do-Typen vs. 10% to-do-Typen doch sehr hoch ist, sollte man das schon mal näher betrachten. Vielleicht ist es ja einfach so, dass der manifestierende Generator in der „klassischen“ Deutung missverstanden ist, denn dann wären wir wieder bei denselben Zahlen und so weit ich weiss, wird bei den Analytikern dieser Typus auch sehr unterschiedlich behandelt. Wegen dieser Uneinheitlichkeit möchte ich auch lieber einen anderen Typus als Beispiel verwenden, nämlich den Projektor, der meines Wissens ziemlich einheitlich gedeutet wird.

PowerProjektor

Im obigen Bild sehen wir einen untypischen Projektor, der drei Motoren definiert hat und insgesamt 5 Brückentore zur Kehle besitzt. Ich behaupte, dass diese Person schlecht beraten wäre, wenn ich ihr sagen würde „Warte bis du eingeladen wirst“. Warum das? Nun, erstens würde mir die Person dann ständig ums Haus rennen 😉 und zweitens ist es nunmal durch die Brückentore so, dass bereits nur durch den Mond jeden Monat etwa 40 Stunden Zeitfenster für Manifestation bereitstehen, und falls irgendwelche Langläufer dort durchziehen, hätte sie sogar monate- oder auch jahrelang die Verbindung zur Kehle geschlossen. Und wenn zu diesen Zeiten sowohl die Stimmung passt, als auch der Antrieb und der Wille da ist, etwas zu tun – warum sollte die Person dann noch auf irgendeine Einladung warten?

Natürlich könnte diese Person auch stetig wartend durchs Leben gehen – im Fluss des Lebens wird jeder dorthin kommen, wo er hin soll -, jedoch entspricht das in diesem Fall nicht dem Design und es würde zu unnötiger Unruhe und Stress kommen. Und eine sehr wichtige Frage für alle Menschen, die zu „warten“ haben lautet ausserdem: Worauf sollen sie eigentlich warten? Darauf, dass das Leben auf sie zukommt und sie dann entsprechend ihrer inneren Autorität für sich korrekt reagieren, das ist so weit schon klar, aber diese Typen sind nicht zu ewigem „nur reagieren können“ verdammt. Denn wenn es etwas gibt, was sie initiieren möchten, was für ihre innere Autorität auch korrekt ist, dann kann es sein, dass sie einfach auf den richtigen Zeitpunkt warten müssen (damit die Verbindung zum Kehlzentrum geschlossen wird). Ist der Zeitpunkt auch passend, dann spricht nichts dagegen, zu tun – man könnte den richtigen Zeitpunkt auch als „Einladung des Lebens“ für einen Projektor auffassen.

Wie lautet nun die Conclusio? Ich sehe die Typenlehre als Faustregel an, die für viele Menschen passt und für einige nicht – man muss sie nicht zwangsweise komplett über den Haufen werfen, aber es ist absolut möglich sie komplett aus einer Beratung herauszulassen, ohne dass dabei etwas Wesentliches fehlen würde. Meines Erachtens verträgt sich der Grundgedanke der Typologie, die eine Generalisierung darstellt, nicht so gut mit dem Grundkonzept des Human Design, wo es schliesslich um die höchst individuelle Wahrheit des einzelnen Menschen geht. Dennoch kann es hilfreich sein, die Typen zu verwenden, wenn es z.B. akuten Zeitmangel für die Beratung gibt, denn dann brauche ich kurze, griffige Formeln, mit denen man arbeiten kann. Da ich persönlich nicht so dem Mangeldenken anhänge, habe ich daher auch für mich die begleitende Beratung als Grundkonzept eingeführt, um ausreichend Zeit für die Reise ins individuelle Ich zur Verfügung zu haben.

Dazu als Abschluss noch ein Zitat von Ra höchstpersönlich: “To look at any human being and to look at any chart is to see no generalization. It’s to see something that is truly unique and to embrace it. I don’t know, I’ve never known, the way in which another human being understands what I mean when I say unique. I’m not talking about different. I’m talking about unique. I’m talking about nothing like it, nothing like it ever before, nothing like it ever after, nothing like it. Can you grasp that? That’s you.”

einen inspirierten Tag euch allen,

Geri

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Eine Reise durch das Human Design Mandala – eine Alternativversion

Hallo meine lieben Leser, wieder einmal hat es ein wenig gedauert, bis ich einen neuen Beitrag veröffentlicht habe, aber bei emotionalen Menschen wie mir müssen die Dinge eben ein wenig reifen, bis was Gutes dabei herauskommt 🙂

Heute geht es um das Buch von Hans-Werner Janssen, das ich kürzlich gelesen habe „Eine Reise durch das Human Design Mandala“, bzw. um die Inspiration, die ich dadurch bekommen habe.

Janssen

Das Buch ist sehr gut geschrieben und meines Erachtens sehr empfehlenswert, aber man sollte mit der Materie schon einigermassen vertraut sein, um die ganze Schönheit des Werkes zu erfassen. Hans-Werner Janssens Grundidee ist einfach aber lehrreich: Er startet mit einer leeren Körpergrafik und trägt – angefangen bei Tor 13 – nach und nach alle Tore, wie sie im Mandala aufgereiht sind, in die Körpergrafik ein und schaut sich an, was wann gebildet wird. Welche Kanäle werden als erstes und letztes definiert? Welche Zentren werden in welcher Reihenfolge definiert? In welchem Viertel sind welche Themen und Übergänge zu beobachten? Was mir persönlich am Besten gefiel, waren die kurzen Exkurse zu Beobachtungen, die sozusagen „am Rande“ gemacht wurden und das die Bedeutung der Oppositionen so schön dargelegt wurde. Jedes Torthema wird erst mit seiner Opposition zusammen vollkommen abgerundet, erst beide Tore zusammen bilden ein harmonisches Ganzes (was vermutlich auch ein Grund ist, warum dem Inkarnationskreuz und den Mondknoten spezielles Gewicht zugeordnet wird, da ja hier automatisch zwei Oppositionen entstehen).

Faszinierend fand ich speziell auch die Tatsache, wenn man Tor 25, den Frühlingspunkt als Starthexagramm wählt, die vier Grundtypen in ziemlich genau dem Verhältnis auftreten, in dem sie bei den Menschen praktisch auftreten  – wobei Reflektoren hierbei auf 4% statt 1% Verbreitung kommen würden und alle Generatoren manifestierende sind. Warum ich das spannend finde? Weil ich der Typenlehre mittlerweile eher kritisch gegenüberstehe (das warum wird wohl auch beizeiten einen Blogartikel füllen), aber dennoch gibt es mit einem wirklich legitimen Anfangspunkt hier eine erstaunliche Korrespondenz, es wirkt in keiner Weise konstruiert.

So viel zu dem Buch selbst, und nun zum neuen, interessanten Teil, worauf mich das Buch gebracht hat: Wenn ich derselben Idee wie der Buchautor folge, aber jetzt auch die logische Hexagrammnummerierung nach dem Binärsystem heranziehe (wer meinen Artikel hierzu noch nicht gelesen hat, sollte das jetzt tun, wenn er nur Bahnhof versteht), komme ich auf einen anderen Startpunkt als Tor 13, der aber ebenso legitim ist und sogar die Struktur der Viertel intakt lässt. Zur Veranschaulichung nun das Rad mit der binären Nummerierung:

mandala binär taichi2

Wie ich gerade sehe, sollte man (vielleicht sogar ich 😉 … ein andermal) die Farben invertieren, denn Weiss steht üblicherweise für Yang und Schwarz für Yin, aber das soll bei der weiteren Betrachtung nicht stören. Das Starthexagramm meiner Wahl wäre Tor 2 (nach neuer Nummerierung Tor 0). Warum das? Tor 2 ist „Das Empfangende“, Yin in seiner reinsten Ausprägung, ein absolut leeres Gefäß, reine Form, die darauf wartet, befüllt zu werden, hier so wunderbar treffend als Ziffer 0 versinnbildlicht. Hier kommt der Kristall in seine Form, passend zum Überthema dieses Viertels – und als erstes werden 7 Tore in der Kehle aktiviert. Wenn wir uns das Design der Schwangerschaft betrachten, ist das Kehlzentrum das allererste, was nach der Konzeption (Tor 2) gebildet wird. Auch der erste Kanal, der gebildet wird (31-7 , hier nummeriert als 28-2), ist mit dem ersten Kanal, der im Fötus entsteht, ident.

Mit dem Ende des ersten Viertels löst sich dann allerdings auch der enge Zusammenhang mit der körperlichen Entstehung auf, hier herrscht schliesslich der nächste Lebensabschnitt vor – in Beziehung treten mit anderen Menschen und mit der Welt an sich. Hier können wir gewissermaßen voll in die Maia gehen, nachdem unser Vehikel dafür bereits voll ausgebildet ist. Eine kurze Nebenbemerkung zu den Oppostionsthemen – das ist noch ein Hinweis darauf, daß die binäre Nummerierung die logischste ist – hier ist die Summe von zwei Oppositionstoren stets 63 (gleichbedeutend mit einem Hexagramm voller Yang Linien, also „Himmel über Himmel“), was wiederum die Sichtweise bestärkt, daß erst zwei Oppositionsthemen zusammen voll in Harmonie sind.

Wir wandern weiter bis zum Tor 1 (nun als 63 nummeriert) und kommen zum Viertel der Transformation, die Dinge ändern sich, wir werden uns unserer Sterblichkeit bewußt und bereiten uns auf den Tod vor, dem wir uns über Tor 19 „Die Annäherung“ annähern, bis wir im Tor 13 „Gemeinschaft mit Menschen“ wieder zurückkehren in die große Gemeinschaft der Seelen bzw. Kristalle. Interpretieren wir also dieses „geistige“ Viertel als die „Zwischenwelt“ zwischen Tod und Wiedergeburt, dann finde ich es spannend, daß als erstes alle Hexagramme mit der Basis „Feuer“ durchlaufen werden. Man könnte sagen, wir landen im „Fegefeuer“, um alle noch anhaftenden (emotionalen) Themen, die wir noch nicht ganz loslassen konnten, jetzt loszuwerden (notfalls auszubrennen), um wieder in den Zustand der Unschuld – das darauffolgende Hexagramm 25 (hier nummeriert als 57) zurückzukehren. Von hier erfolgt die Initiation, die Planung für das nächste Leben, in das wir über das Tor 24 (hier nummeriert als 1) „Die Wiederkehr“  schließlich wieder in Tor 2 „empfangen“ werden und wir die nächste Inkarnationsrunde beginnen. Kurioserweise kommen wir hier in der binären Nummerierung ja von der 1 zur 0, man könnte es auch als Bildnis der Samenzelle sehen, die die Eizelle sucht. Eine weitere spannende Koinzidenz betrifft das christliche Fest Christi Himmelfahrt, das zeitmässig in oder um die Zeit von Tor 2 gefeiert wird (abhängig von Ostern). Erst zu diesem Zeitpunkt stieg Jesus der Überlieferung nach vollständig in den Himmel auf, ohne seinen Leib zurückzulassen – oder wie ein Hinduist es ausdrücken könnte – er durchbrach den Kreis der Reinkarnation (Samsara) und musste nicht mehr weiter inkarnieren. Er kehrte sozusagen kurz wieder (Tor 24), ging dann aber nicht mehr ins Fleisch (Tor 2).

Durch die neue Nummerierung verlieren die Tore 63 und 64 ihren alten „besonderen“ Platz, da ja nun Tor 2 den Anfang als 0 und Tor 1 das Ende als 63 darstellen, dennoch haben sie noch besondere Positionen. Tor 64 „Vor der Vollendung“, im Viertel der Beziehungen, ist nun Nummer 42 und Tor 63 „Nach der Vollendung“, im Viertel des „geistigen“ ist nun Nummer 21. Diese beiden Torwerte dritteln den Kreis gewissermassen, da ja 0+21=21  21+21=42  42+21=63, obwohl ihre Position im Rad keineswegs dieser Drittelung entspricht (was auch nicht möglich wäre, da sie ja Oppositionen sind).

Noch eine kuriose Beobachtung, die ich machte: Im gesamten Kreis wäre der Zenit ja bei Tor 1 (hier Nummer 63) erreicht, aber wenn wir nur die ersten drei Drittel als die körperliche Erfahrung betrachten, würde die Lebensmitte, welche ich jetzt mutig als „Zenit des Körperlichen“ bezeichne, in Tor 46 (hier Nummer 6) liegen, in der „Liebe zum Körper“. Hier vervollständigt sich das Umgebungsthema endlich, indem die Opposition sich hinzugesellt. Damit könnte man Tor 46 als Korrespondenz zum Mondknotenwechsel sehen und Tor 1 als Korrespondenz zum Chiron Return (wo es heisst „Runter vom Dach und marsch, transformieren!“).

Natürlich ist diese Betrachtung jetzt noch nicht das Alpha und das Omega, und es fehlen noch jede Menge Details zu den einzelnen Toren, aber es ist auch nicht meine Absicht, das hier in solche Tiefen zu führen, wie Hans-Werner Janssen es in seinem Buch getan hat. Schließlich war es nicht meine Absicht, das Rad neu zu erfinden, sondern eine andere Perspektive aufzuzeigen, ein Bild zu malen, welches größere Zusammenhänge aufzeigen soll, ohne sich jetzt zu stark im Detail zu verlieren. Menschen sollen dadurch inspiriert werden, schließlich ist der Sinn und Zweck von Verständnis ja nicht, das Verstandene für mich zu behalten, sondern es mit allen Menschen zu teilen – wir befinden uns ja schließlich in der Mechanik des Kollektivs (oder zumindest ich mit meiner 63-4 😉 ).

in diesem Sinne viel Inspiration,

Geri

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Konditionierung – eine Betrachtung

Anlässlich des kürzlichen Vatertages möchte ich wieder einmal in die Tasten greifen und einen kleinen Artikel schreiben, und zwar über das Thema Konditionierung. Konditionierung ist hier im Kontext von Human Design zu verstehen, nicht als klassische Konditionierung nach Pawlow bzw. instrumentelle Konditionierung nach Thorndike.

Warum wird also der Begriff Konditionierung eigentlich verwendet? Allgemein formuliert, bedeutet es im Human Design so viel wie „Beeinflussung des eigenen Verhaltens aufgrund äusserer Reize“, was dann ja wieder eine Definition wäre, die mit dem ursprünglichen Begriff wichtige Gemeinsamkeiten aufweist.

Die äusseren Reize, die einen Menschen beeinflussen, sind mannigfaltig – der aktuelle Stand der Gestirne, andere Menschen, Tiere und Pflanzen, mit denen wir in berührenden Kontakt kommen – all das konditioniert uns. Im Human Design differenziert man  natürlich noch, ob die Konditionierung offene Bereiche der eigenen Körpergrafik betrifft, in denen man besonders sensibel und beeinflussbar ist, oder ob es definierte Bereiche sind, die weniger stark beeinflusst werden. Oft ist der Begriff in Human Design Kreisen negativ besetzt, obwohl Konditionierung an sich nichts Negatives ist – sie wird nur dann zum Problem, wenn jemand anfängt, sich mit den Energien von Aussen, die einen beeinflussen, zu identifizieren und versucht, daran festzuhalten. Angenommen ein Mann und eine Frau leben schon 20 Jahre zusammen, der Mann hat ein offenes Milz-, G- und Herzzentrum, die von der Frau definiert werden.

Rave Chart von Gerald ScheibelhoferSandra HDS Mandala

Links das Chart des Mannes, rechts das Chart der Frau – irgendwoher kenn ich die 😉

Der Mann war sich nie dessen bewusst, dass sein körperliches Wohlbefinden, sein Sinn für Identität und seine Willenskraft eigentlich Konditionierung seitens seiner Frau war. Nun werden die beiden zum Beispiel plötzlich getrennt, sei es durch Scheidung oder Tod. Dem Mann kommt es plötzlich so vor, als sei ein Teil seines Selbst nicht mehr da – ihm fehlt es an Willenskraft, er weiss nicht mehr wer er ist und er ist körperlich durch den Wind. Wenn er sich dieser Mechanik der Konditionierung nicht bewusst ist, wird die Trauer um so stärker und quälender sein. Natürlich braucht die Trauer so oder so ihren Raum, aber wenn jemand das Loslassen bereits gelernt hat (eine Lektion, die wir im Leben immer und immer wieder lernen), ist es deutlich leichter, damit umzugehen. Und genau dieses Loslassen ist die Lektion jedes offenen Zentrums in unserer Körpergrafik, es ist notwendig, um die Sensibilität und Offenheit zu gewährleisten, und um die Gaben dieser Zentren nutzen zu können.

Ebenso wichtig ist es natürlich, durch das Vertrautwerden mit dem eigenen Chart ein Gefühl dafür zu bekommen, wie es ist, ganz bei sich selbst zu sein – sich seiner fix definierten Bereiche voll bewusst zu werden, würde man sagen. Aber ebenso wichtig wie das Vertrauen auf meine Definition ist es, die offenen Bereiche auch offen zu lassen, damit das Leben hineinströmen kann – nicht umsonst heisst es, die offenen Zentren sind die Lernthemen unserer Inkarnation. Solange man sich nicht mit der Konditionierung, die einem ständig wiederfährt, identifiziert, ist sie ein Geschenk und kein Fluch.

Um den Kreis zum Vatertag wieder zu schliessen – der größte konditionierende Einfluss in unserem Leben kommt üblicherweise von den Eltern, insbesondere der Mutter (ja ich gebs zu, ich wollte den Artikel schon zum Muttertag schreiben 😉 ). Am Anfang unseres Lebens ist die Konditionierung unerlässlich, um grundlegende Regeln des Zusammenlebens zu lernen. Interessanterweise heisst es ja im Human Design, es brauche 7 Jahre, bis ein Konditionierungs- bzw. Dekonditionierungsprozess vollständig abgeschlossen ist (es heisst ja auch, dass sich in 7 Jahren alle Körperzellen vollständig erneuert haben). Das finde ich deshalb bemerkenswert, weil nach den ersten 7 Jahren, bzw. in unserer Kultur nach etwas mehr als 6 Jahren, ein neuer Abschnitt der Konditionierung für einen jungen Menschen beginnt. Er wird nicht mehr hauptsächlich von den Eltern beeinflusst, sondern nun sehr stark von der Schule. Mit 14 kommt der nächste große Wendepunkt – mache ich nun eine Lehre, oder gehe ich weiter auf eine Schule?

Gerade die ersten zwei „Konditionierungsrunden“ bis 14 prägen unser späteres Leben oft  sehr stark – zum Guten oder auch zum Schlechten. Dummerweise, wie ich aus eigener Erfahrung sagen kann, ist unser heutiges Schulsystem nicht darauf ausgelegt, den einzelnen Menschen sich selbst näher zu bringen, sondern es geht darum, „gut funktionierende“ Arbeitskräfte zu produzieren – das wäre sozusagen die prototypische „schlechte“ Konditionierung, weil es einfach darum geht, Menschen so zu bearbeiten, dass sie in eine vorgefertigte Schublade passen. „Gute“ Konditionerung wäre es ,wenn dem jungen Menschen sein/ihr wahres Ich nähergebracht wird, sei es durch Human Design oder beliebige andere Techniken, damit sie zu sensiblen, selbständig denkenden und handelnden Erwachsenen heranreifen, die nicht ständig nur das Geld im Kopf haben. Denn was dabei herauskommt, wenn junge Menschen durch seelenlose Systeme geschleust werden, um sie schön gleichförmig zu machen, sieht man ja jeden Tag in den Nachrichten.

Liebevolle Konditionierung wünscht euch

Geri

P.S.: Eine Kinderbuchempfehlung zum Thema: „Wenn die Ziege schwimmen lernt“ von Neele Moost und Pieter Kunstreich

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Wofür ist Human Design eigentlich gut?

Was macht Human Design? Wobei kann es mir helfen? Diese Fragen sind sehr elementar aus meiner Perspektive, weil ich immer wieder in Kontakt mit Menschen komme, die keine Ahnung vom Human Design System haben, von denen ich aber glaube, dass sie davon sehr profitieren könnten. Und nicht immer kann ich diesen Menschen eine prägnante Antwort auf diese Fragen geben, die wirklich vermitteln kann, welche Schätze mit diesem System geborgen werden können. Darum möchte ich mit diesem Artikel versuchen, eine Antwort zu formulieren, die auch einigermassen verständlich ist für jemanden, der noch nie damit zu tun hatte.

HDS Grafik Inspiriert wurde ich hierzu übrigens von einem Vortrag von Prof. Michael Lehofer, der in seiner gewohnt witzig-weisen Art über die daoistische Sichtweise der Welt referierte. Das Thema hat mich entzückt (obwohl der eigentliche Titel des Vortrags „SINN-voll Leben“ lautete hat er über Daoismus referiert, was genialerweise den Kern des Themas traf, ohne ihn direkt anzusprechen, also im Grunde angewandtes Wu Wei), da der Kern des Human Design meines Erachtens ja auch daoistisch ist, nachdem die Basis dieses Systems das Yi Jing (I Ging) ist.

In diesem Vortrag wurde Hermann Hesse zitiert, der wiederum Konfuzius (oder war es doch Lao-Tse?) zitierte, als er gefragt wurde, was denn das wichtigste im Leben sei. Seine Antwort lautete „Treue zu dir selbst und Güte zu Anderen“.

Treue zu dir selbst in dieser daoistischen Perspektive heisst, nicht etwas Äusseres sein zu wollen und nicht an irgendwelchen erdachten Zielen festzuhalten, sondern einfach zu sein, wie und wer man ist und dem Fluss des Lebens zu folgen.  In unserer modernen westlichen Gesellschaft wird der Begriff der Freiheit oft gleichgesetzt damit, Möglichkeiten zu haben bzw. schaffen – z.B. ich kaufe mir ein Auto, damit ich jederzeit nach Graz fahren kann. Aber um mir das Auto leisten zu können und es zu erhalten, muss ich bereits eine gewisse Zeit an Arbeit verrichten, somit relativiert sich die Freiheit, jederzeit nach Graz fahren zu können auf die Frage „Wann habe ich überhaupt Zeit dazu, nach Graz zu fahren, ich muss ja schliesslich auch arbeiten…?“ Ein Daoist hingegen würde sich kein Auto kaufen, er würde einfach darauf warten, dass sich für ihn Möglichkeiten ergeben, nach Graz zu kommen – seien es öffentliche Verkehrsmittel oder eine Mitfahrgelegenheit. Und würde sich keine Möglichkeit dazu bieten, dann könnte er das genauso annehmen, da er einfach darauf vertraut, dass ihm der Fluss des Lebens jene Möglichkeiten anbieten wird, die richtig für ihn sind. Damit sind die Möglichkeiten zwar beschränkter, jedoch gewinnt man dadurch die Freiheit, auf alle Dinge reagieren zu können, die einem das Leben anbietet – was einem nicht möglich ist, wenn man viel Energie darauf verwendet, eigene Möglichkeiten schaffen zu wollen. Das heisst, man ist nicht gezwungen, eine Arbeit zu verrichten, die man eigentlich gar nicht mag, nur um seine selbsterdachten (bzw. welche einem in den Kopf gesetzt wurden) Möglichkeiten zu finanzieren. Man hat die Möglichkeit, stattdessen ganz frei das zu tun, was man liebt – man kann sich selbst treu sein, anstatt Dingen hinterherzulaufen, die für das eigene Leben letztendlich nicht relevant sind – wären diese Dinge relevant, würden sie sowieso auf einen zukommen.

Ra Uru Hu formulierte es so schön mit „We are human beings, not human doings“ – sei einfach du selbst, und du ziehst alles an, was korrekt für dich ist. Im Grunde können wir auch gar nicht anders – „We have no choice“, wie er auch so schön sagte, nur unser Verstand kann uns unser Leben zur Hölle machen, wenn er uns weismachen will, dass das ja nicht ausreicht und wir müssten Dieses und Jenes unbedingt haben. Wenn wir uns dessen bewusst werden, dass unser Leben einen Sinn und Zweck hat, den wir tief in uns tragen und den wir nicht im Aussen finden können – wenn wir uns dem, wie wir im Innersten sind, voll und ganz hingeben können, dann haben wir einen wichtigen Schritt in Richtung Glück und Freiheit getan. Denn dann haben wir das erreicht, wobei uns das Human Design helfen will – uns selbst zu lieben, uns selbst treu zu sein.

Um die Wichtigkeit dessen noch einmal zu unterstreichen, was es bedeutet, sich selbst zu lieben, gibt uns dazu sogar das Neue Testament in einem der bekanntesten Aussprüche von Jesus Auskunft; Als er gefragt wurde, welches denn das höchste Gebot sei, antwortete er: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Wenn wir also den Nächsten lieben wollen, müssen wir auch erstmal uns selbst lieben können. Und wenn wir uns selbst und alles an uns lieben können, tun wir uns auch viel leichter, jeden Anderen in seiner Einzigartigkeit zu lieben. Das will das Human Design also erreichen und die Tiefe und Schönheit dieses Ansatzes lässt mich auch heute noch staunen.

In diesem Sinne love yourself,

Geri

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Dreamteams – das Experiment

Anlässlich unseres Dreamteam/Penta-Experiments , das wir veranstalten, möchte ich hier ein wenig erläutern, was im Human Design System als Dreamteam bezeichnet wird und wieso. Details zur Veranstaltung im Feber im PDF – bitte anklicken.

In der Human Design Sprache reden wir im Falle von kleinen Teams auch von sogenannten Pentas, das sind Teams mit 3-5 Mitgliedern. Sobald eine sechste Person hinzukommt, spaltet sich das Team dann entweder auf 2 Teams mit 3 Mitgliedern auf oder es entsteht ein sehr instabiles Team, wo meist eine Person nicht anwesend ist. Größere Teams sind auch möglich, und zwar von 9-16 Personen und dann auch bis zu 81 Teammitgliedern, aber hierbei gelten dann andere Gesetzmäßigkeiten – wir beschränken uns jetzt mal ganz auf die kleinen Teams (Pentas) von 3-5 Menschen um den Rahmen nicht zu sprengen.

Ganz generell gesprochen ist für Teams eine gute Synergie nötig, d.h. die Leistung des Gesamtteams sollte gleich oder besser noch größer als die Einzelleistung jedes Mitglieds sein. Problematisch wird es, wenn die Synergie so negativ ist, dass die Gesamtleistung deutlich schlechter wird als die Leistung jedes einzelnen Mitglieds, denn dann bremst die Teamdynamik die einzelnen Personen so stark, dass man im Endeffekt mehr Leute für das Team abstellen muss, als eigentlich nötig wäre.  In so einem Fall würde man z.B. 5 Personen benötigen, um die Arbeit von rechnerisch 3 einzelnen Leistungen zu erbringen. Im umgekehrten Fall des Dreamteams hätten wir positive Synergien, dadurch könnten z.B. 5 Personen die Leistung von rechnerisch 8 Einzelleistungen bewerkstelligen (die Zahlen dienen jetzt nur der Veranschaulichung, ist alles Auge mal Pi).

Leistungssynergie ist einer von zwei wichtigen Punkten, ein Team kann nämlich effektiv sein und gute Leistungen erbringen, aber dennoch höchst instabil sein, weil die einzelnen Teammitglieder auf Dauer nicht miteinander auskommen – hier herrscht eine schlechte Teamharmonie. Im Dreamteam, welches aus Human Design Sicht angestrebt wird, herrscht sowohl eine gute Synergie als auch gute Harmonie – das Team kann also auch langfristig effektiv arbeiten und zerfällt nicht wieder nach kurzer Zeit.

Um ein solches Dreamteam zusammen zu bekommen gibt es eine Fülle von Methoden aus der Arbeits- und Organisationspsychologie wie Fragebögen, Interviews, Assessment Centers etc. Insgesamt lässt sich sagen, dass Personalauswahl eine langwierige Aufgabe ist, die viel Ressourcen verbrauchen kann. Das Human Design System geht einen anderen, wesentlich simpleren Weg: Hier können Dreamteams zusammengestellt werden, ohne dass man die einzelnen Personen tatsächlich kennenlernen müsste (in der Praxis lernt man sich natürlich kennen, bevor jemand eingestellt wird) – die Teammitglieder werden rein über die genauen Geburtsdaten (inklusive Geburtszeit) zusammengstellt. Und so eigenartig es klingt – es funktioniert.

Und um zu demonstrieren dass es wirklich so funktioniert, werden wir bei der Dreamteam-Erfahrung 20 Personen einladen, die wir dann im Vorfeld in 4 Teams einteilen werden. Optimalerweise haben wir dann Teams mit hoher Synergie/hoher Harmonie (Dreamteam), hoher Synergie/niedrige Harmonie (stressiges Arbeitsteam), niedriger Synergie/hoher Harmonie (Funteam) und niedriger Synergie/niedriger Harmonie (dysfunktionales Team). Jedem Team stellen wir dann dieselbe Aufgabe, und bereits im Vorhinein sagen wir die Teamdynamik / Performance der einzelnen Teams vorher. Wenn das System also funktioniert, wird die Vorhersage sich mit der Beobachtung danach einigermassen gut decken und die 4 verschiedenen Teameigenschaften sollten gut sichtbar sein. In der Diskussionsrunde danach werden wir dann etwaige Fragen näher betrachten und noch ein paar Kleinigkeiten erläutern.
Soviel also zum Wort am Montag, wer Interesse verspürt, an dieser Dreamteam-Erfahrung mitzuwirken, der möge sich bei uns melden.Wer sich noch näher mit der Thematik auseinandersetzen möchte, dem sei die Homepage von PentaDesign ans Herz gelegt.

Alles Liebe,

Geri

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Wir veranstalten eine Dreamteamexperience

Penta – was ist das?

In der Human Design Sprache werden kleine Gruppen von 3-5 Personen als Penta bezeichnet. Ein Penta erzeugt ein eigenes Energiefeld und unterliegt anderen Dynamiken als die Arbeit einer einzelnen Person oder die Zusammenarbeit von 2 Personen. Ab 3 Personen entsteht das Pentakraftfeld. Geht die Zusammenarbeit einer Gruppierung über 5 Personen hinaus entsteht ein zweites Penta. Das bedeutet in der Praxis, das in einer Firma oder einer Familie ab 6 Personen sich laufend 2 Gruppen bilden werden oder ein Mitglied meistens einfach nicht da ist.

Dreamteam? Einzelkämpferin? Großorganisationsliebhaber?
Am 9.2.2013 laden wir nach Graz zu einem ganz besonderen Event, einem PentaDreamteamexperiment.

Im Laufe dieses Nachmittags zeigen wir wie ein Dreamteam eine Aufgabenstellung effizient und mit Freude löst. Mithilfe des Human Designs lassen sich Synergien zwischen Menschen nutzen und mögliche Unstimmigkeiten zwischen einzelnen Personen gut heraus lesen. Wieso das so ist, wie man ein funktionales Teams designen kann, warum nicht jede Person für Teamwork geschaffen ist und wieso wir Teams als Penta bezeichnen … all das zeigen wir am Samstag dem 9. Feber ab 14 Uhr bis circa 17 Uhr im Nimbus Haus in Graz. Ein Nachmittag, der die Potentiale der praktischen Anwendung von Human Design veranschaulicht.

Details demnächst hier. Wir freuen uns herzlich über Fragen und Anmeldungen zum PentaDreamteamexperiment! 0650 500 34 10

Sandra Trummer und Gerald Scheibelhofer

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Ein kleiner Zusatz zu der Reihenfolge der I Ching Hexagramme

Als kleiner Nachtrag zu der erstaunlichen Symmetrie die entsteht, wenn man die binären Zahlenwerte für die Hexagramme verwendet, habe ich noch folgende Grafik erstellt (die Hexagramme sind wieder nach ihren Binärwerten durchnummeriert anstatt der klassischen Reihenfolge):

Hier sehen wir die Gleichmässigkeit der Hexagrammwerte noch mal sehr schön veranschaulicht – ich habe immer die Differenz zwischen zwei Hexagrammwerten gebildet, die Länge der Striche auf den inneren unterbrochenen Kreisen zeigt immer an, welche zwei Hexagramme verwendet werden. Also z.B. auf dem äussersten der inneren Ringe (dem durchbrochenen Kreis mit den meisten und kürzesten Linien) subtrahieren wir 0 von 32, 16 von 48, 8 von 40 usw. Wie wir erkennen, ist die Differenz aller dieser nebeneinander liegenden Hexagramme gleich 32.

Nehmen wir jetzt nicht die nebeneinander liegenden Tore, sondern lassen jeweils einen Abstand nach jedem Tor (dies wird durch die nächstlängeren Striche symbolisiert), so ist die Differenz immer gleich 16 .

Bei regelmässigen Abständen von 4 Hexagrammen finden wir dann eine Differenz von 8, bei Abständen von 8 eine Differenz von 4, bei Abständen von 16 eine Differenz von 2 und bei einem Abstand von 32 eine Differenz von 1.

Insgesamt haben wir somit 1 mal eine Differenz von 1, 2 mal eine Differenz von 2, 4 mal eine Differenz von 4, 8 mal eine Differenz von 8, 16 mal eine Differenz von 16 und 32 mal eine Differenz von 32. Um das Ganze nachzukalkulieren nimmt man einfach die beiden Hexagrammwerte an den beiden Enden jedes Striches.

Frohes kalkulieren,

Geri

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Grundsätzliche Betrachtung zur Reihenfolge der I Ching Hexagramme

Mein erster Blogeintrag und schon so ein bedeutungsschwerer Titel – ich bin eben ein sehr pragmatischer Typ ;). Aber kommen wir zum Thema –  die 64 Hexagramme des I Ching bilden nunmal den wesentlichen Kern des Human Design Systems und ich weiss, dass sich auch schon andere Menschen über die Reihenfolge Gedanken gemacht haben. An dieser Stelle möchte ich mich auch gleich bei Andreas Ebhart bedanken, der mir dazu einige Gedankenanstösse gegeben hat und der sich sicher noch intensiver mit der Thematik auseinandergesetzt hat.

Jeder, der sich schon ein wenig mit Human Design beschäftigt hat, kennt natürlich die fixe Zuordnung der 64 Hexagramme zum astrologischen Tierkreis, ich nenne es hier einfachheitshalber das Rad:

Bild

(Quelle: http://www.humandesigncommunity.com)

Wenn man sich schon etwas tiefer mit der Materie befasst hat, zumindest war das bei mir der Fall, erkennt man die perfekt logische Anordnung dieser Hexagramme, sie sind nach ihren unteren Trigrammen geordnet und jedes gegenüberliegende Hexagrammpaar ist invers zueinander, d.h. als Beispiel

Tor 63 Iching-hexagram-63.svg liegt gegenüber von Tor 64 Iching-hexagram-64.svg , wie man sehr schön sehen kann, ist jede Yin-Linie in dem einen Hexagramm eine Yang-Linie im Anderen. In dieser speziellen Anordnung, die übrigens schon Jahrtausende alt ist, gilt das für alle Hexagramme.

So weit, so logisch. Was ich mich persönlich aber bald fragte: Warum ist die Nummerierung von 1 bis 64 keiner sichtbaren Logik unterworfen? Diese klassiche Nummerierung (welche aber nicht die einzige bekannte ist) folgt offenbar keiner durchgängigen Logik, so wie es bei der Reihenfolge im Rad sehr wohl der Fall ist. Dabei könnte man die Tore viel natürlicher und eleganter durchnummerieren, da ja jedes Hexagramm bereits eine binäre Repräsentation einer Zahl darstellt.

Für alle, die sich mit Binärzahlen nicht auskennen ein kurzer Exkurs: In unserem allseits bekannten dezimalen System benutzen wir die Zahlen 0 bis 9, sobald eine Zahl größer als 9 dargestellt werden soll, muss ich eine neue Stelle hinzufügen, also folgt dann die 10, und wenn ich dann bei beiden Stellen bei 9 angelangt bin (99), muss ich eine weitere Stelle hinzufügen und so weiter und so fort… ist uns allen so geläufig, dass wir nicht weiter darüber nachdenken.

Nun können wir Zahlen auch mit anderen Systemen darstellen, wie z.B. im Binären, wo wir nur die Zahlen 0 und 1 verwenden, d.h. ich brauche bereits eine zusätzliche Stelle, wenn ich eine Zahl größer als 1 darstellen will, brauche ich bereits eine weitere Stelle, also wäre die 2 im Binären System 10, 3 wäre 11, 4 wäre 100 und so weiter und so fort.

Im I Ching kennen wir auch nur zwei verschiedene Zustände für eine Linie: entweder Yin, eine unterbrochene Linie oder Yang, eine durchgezogene Linie. Wenn wir das aufs Binärsystem umlegen, entspricht damit eine Yin-Linie der 0 und eine Yang-Linie der 1 (theoretisch könnten wir das auch genau anders festlegen, aber es erscheint mir logischer, wenn „das Aufnehmende“ Yin der 0 entspricht).

Binär ausgedrückt wäre somit Tor 64 Iching-hexagram-64.svg gleichbedeutend mit 101010, was in dezimaler Schreibweise 42 wäre , was ja auch bekannterweise die Anwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest ist 😉 Wenn man jetzt alle Tore nach ihrer binären Struktur durchnummeriert, sähe das im Rad so aus:

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Die eingezeichneten Linien, die ich hinzugefügt habe, verbinden immer eine Zahl mit der nächsthöheren also 0 mit 1, 1 mit 2, 3 mit 4 usw. – da sich hier ein ausgesprochen geordnetes Muster ergibt, habe ich alle parallelen Linien farblich unterschieden (versuchen Sie mal, dieselben Linen bei der klassischen Nummerierung zu ziehen, für mich war keinerlei Ordnung erkennbar). Von diesen parallelen Linien gibt es hier übrigens einmal 32, einmal 16, einmal 8, einmal 4, einmal 2 und eine einsame, für die kein Partner übrigbleibt (auch nicht, wenn wir die 63 wieder mit der 0 verbinden würden, Pech gehabt). Was ich an diesem entstandenen Muster faszinierend finde: Man könnte hier mit etwas Phantasie noch etwas darin erkennen – dafür müssten wir erstmal eine Schlangenlinie hinzufügen:

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Na, wer erkennt es schon?

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Hoppla, hat sich hier wirklich ein Tai Chi Symbol versteckt? Na gut, ich habe ein schon ein wenig nachgeholfen, aber immerhin lässt es sich sehr gut hineinlegen – es wäre wohl etwas weit hergeholt, hier den Ursprung des Tai Chi zu vermuten. Was diese kleine Übung hier demonstrieren soll, ist die inherente Ordnung anschaulich zu machen, die in den Hexagrammen selbst steckt, wenn man sich von der klassischen Nummerierung wegbewegt. Auch in der Körpergrafik lassen sich mit dieser Reihenfolge der Tore einige interessante Regelmäßigkeiten entdecken, jedoch leider keine durchgängige Logik, wie sie im Rad zu finden ist.

Auch wenn diese Überlegungen nicht direkt mit der Praxis des Human Design zu tun haben, ist es doch immer wieder interessant, das Human Design Rad auf alle Möglichen Weisen zu betrachten, es lässt sich immer wieder Interessantes darin finden.

In diesem Sinne noch ein fröhliches Betrachten,

Geri

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Ein Zitat von Ra Uru Hu

‎“If you allow someone to be who they are and they allow you to be who you are, then that’s Love. Anything else is torture.“ Ra Uru Hu

Ra Uru Hu (Robert Allen Krakower) ist Übermittler der Human Design Matrix.

Aktuelle Neuigkeiten finden sich auch unter http://www.heilerdung.at
Buchungen für Human Design Begleitungen sind in Graz oder im Südburgenland nach Vereinbarung möglich.

Besten Dank und eine schöne Adventzeit,
Sandra  Trummer

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