Flatland

Hallo liebe Leser,

heute möchte ich mich einem Thema widmen, das mir in letzter Zeit öfter untergekommen ist – ich hörte Fragen wie „Kann ich das überhaupt verstehen?“ und Aussagen wie „Wenn es etwas ‚Höheres‘ gibt, ist das sowieso jenseits von allem, was ich verstehen kann“. Letzteres ist ein Glaubenssatz, der einem die Bequemlichkeit erlaubt, nicht über den Tellerrand hinausschauen zu müssen – allerdings wird einem jeder Käfig bzw. jede Beschränkung irgendwann unangenehm und man will seine Grenzen erweitern. Ist man an diesem Punkt angelangt, sollte man sich nicht von Zweifeln und Glaubenssätzen bremsen lassen.

Jeder halbwegs klar denkende Mensch könnte es intellektuell verstehen (und jeder könnte es erfahren), dass unsere physische Realität nur eine Teilmenge einer höherdimensionalen Realität darstellt.

Dummerweise ist der vorhergehende Satz so kurz gefasst, dass er nicht viel dazu beiträgt, die Zweifel am Verständnis zu lösen. Und bevor ich versuche, das Rad neu zu erfinden, indem ich die Dimensionsfrage hier ein bisschen erläutere, verweise ich stattdessen auf ein brillantes Werk des englischen Schriftstellers/Mathematikers/Theologen Edwin A. Abbott – es handelt sich um Flatland. Dieses Buch aus dem Jahre 1884 spielt in einer zweidimensionalen Welt namens Flatland, in der der Protagonist (Ein Quadrat) erst eine eindimensionale Welt (Lineland) betrachtet und sich über die beschränkte Perspektive der Einwohner wundert und amüsiert. Schliesslich wird er selbst von einem Einwohner von Spaceland, einer dreidimensionalen Welt, besucht, und wird mit seinen eigenen Beschränkungen konfrontiert.

flatlandcover

Ich möchte gar nicht weiter auf den Inhalt eingehen, um jedem die Möglichkeit zu geben, dieses Werk selbst zu erfahren, ohne zu wissen, was wann passiert. Es gibt deutsche Ausgaben zu kaufen, das englische Original kann man sogar online hier lesen und alternativ kann ich den Animationsfilm von Ladd Ehlinger aus dem Jahr 2007 auch sehr empfehlen. Vorsicht beim Film – es gibt kurioserweise eine zweite Verfilmung aus demselben Jahr, die bei den meisten Leuten weniger gut angekommen ist als die obige.

Flatland ist eine wunderbare Allegorie, die uns aufzeigt, wie schwierig es ist, manche Dinge zu erklären, solange man nur innerhalb der bekannten Dimension denkt. Jede Sichtweise in irgendeiner Art beschränkt, deswegen ist es gut, verschiedene Standpunkte einzunehmen, um sich einen Überblick zu verschaffen.

 

viel Spass beim Kennenlernen von Flatland, liebe Spacelander 😉

Geri

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Über Geri

www.bauchstimme.at
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