Alle in einem Boot

Ein erfolgreiches und liebevolles neues Jahr wünsche ich,

heute möchte ich mich aus Human Design-Perspektive einem sehr wichtigen Thema, einer fundamentalen Erkenntnis annähern: Wir sitzen alle in einem Boot.

Bevor man diesen wohlbekannten und meist fehlverwendeten Aphorismus als Binsenweisheit abtut, sollte man sich doch erstmal näher damit befassen. Der wichtigste Punkt in diesem so simplen Statement liegt im Wort „alle“ – wer ist damit nun gemeint? Ganz einfach, jeder natürlich 😉

Aber um das zu konkretisieren: Im Human Design spricht man von den sogenannten „Designkristallen“ und „Persönlichkeitskristallen“, wobei man landläufig zu zweiteren auch Seele oder Seelenanteil sagen könnte. Dies ist zwar immer noch eine „kleine“ Perspektive (im Sinne der Theory of Everything), umfasst aber immerhin unser physisches Universum inklusive einiger nicht materieller Anteile, ist daher für mein heutiges Thema vorerst ausreichend umfassend. Ich reduziere die Sichtweise nochmal und definiere mal das „Boot“ aus unserem Aphorismus als unsere Erde, der Planet auf dem wir wohnen. Hier ist es nun laut Human Design so, dass jedes lebende Wesen einen Persönlichkeitskristall und einen Designkristall (zuständig für das Materiell-Körperliche) in sich trägt. Zwischen den Persönlichkeitskristallen gibt es keine Unterschiede per se, sondern erst durch Erfahrungen in diversen Verkörperungen wird die Qualität des jeweiligen Bewusstseins erhöht. Besser organisiertes Bewusstsein, das sich bereits etwas entfaltet hat, kann sich effektiver weiterentwickeln, indem es komplexere Lebensformen als „Träger“ verwendet, da dann die Lernfelder breiter sind. Für einfachere Bewusstseinseinheiten ist ein restriktiveres Lernumfeld sinnvoller, damit man sprichwörtlich zuerst einmal stehen lernt, bevor man zu Laufen beginnt (d.h. hier werden einfachere Lebensformen gewählt). Was unbelebte Materie wie z.B. Steine betrifft, so tragen sie keine Persönlichkeitskristalle, filtern jedoch Bewusstsein, was bedeutet, dass sie einen Einfluss auf das Leben rundherum haben.

Der vorige Absatz sagt also nun folgendes aus: Jegliches Leben auf diesem Planeten – wirklich jegliches, das inkludiert auch Topfpflanzen und Fadenwürmer – wird von äusserlich identen Persönlichkeitskristallen (Seelen) bewohnt, die sich ausschließlich darin unterscheiden, in welcher Phase der individuellen Entwicklung sie sich befinden. Durch die Wahl des Lebewesens ist natürlich auch die mögliche Wahrnehmung der Umwelt entsprechend eingeschränkt, ein Baum nimmt die Umwelt eben anders wahr als eine Biene oder ein Gorilla, selbiges gilt für die Ausdrucksmöglichkeiten.

Ich lasse dem Leser nun einen Absatz lang Zeit, um über das Geschriebene nochmal nachzudenken (das Wort Nachdenken kommt übrigens daher, weil der Verstand immer erst anspringt, nachdem die wichtigen Dinge schon passiert sind 😉 )

So, genug mit dem Nachdenken, wir kommen zum Überlegen (ich lege noch eine Schicht drüber, damit das Nachdenken lustiger wird 😉 ). Wer könnte nun diese Gruppe „alle“ bilden, die im selben Boot sitzen? Ich gebe einen Hinweis: Die Antwort beginnt mit „jegliches“ und endet mit „Leben“. Inkludiert sind dabei sogar alle Menschen – ja, alle, sogar die, die wir glauben zu hassen. Nicht nur solche Menschen, die spezielles bedrucktes Papier (auch Pass genannt) besitzen, das sie glauben lässt, sie wären getrennt von Menschen mit anderem speziell bedruckten Papier oder gar jenen überlegen, die kein solches Papier besitzen. Auch schliesst alle nicht nur jene Menschen mit der „richtigen“ Hautfarbe, mit dem „richtigen“ Geschlecht, der“richtigen“ Einstellung oder der „richtigen“ sozialen Gruppierung ein. Alle meint wirklich alle.

Und es ist wichtig, dass alle Lebewesen in diesem grösseren System „Erde“ harmonisch miteinander zusammenarbeiten, damit das Gesamtsystem überlebensfähig bleibt. Ich höre bereits in meinem geistigen Ohr Zwischenrufe aus den Reihen der Leserschaft: „Wie soll das denn gehen? Mit Person/Gruppierung X kann man nicht zusammenarbeiten, weil sie Y ist und Z tut!“ Solche Einwände entstehen fast immer durch eine beschränkte Sichtweise auf die Dinge – das ist jetzt nicht abwertend gemeint, denn jeder von uns hat eine beschränkte Sichtweise und erst durch die schrittweise Ausweitung der eigenen Perspektive erlangt man ein anderes Verständnis. Jemand, der sich immer nur Puzzlestein Nr. 356 von insgesamt 12.000 Teilen betrachtet, wird durch die Aussage, dies stelle Michelangelos „Erschaffung Adams“ dar, eher irritiert sein – woher soll man sowas schliesslich wissen. Wenn man sein Blickfeld dann immer noch nicht vom einzelnen Puzzlestein abwendet, um sich die Verpackungsschachtel zu betrachten, wird man das ganze Bild eben nicht erkennen können.

Nun will ich noch einen Versuch unternehmen, die Perspektive meiner Leserschaft vielleicht ein wenig zu erweitern, indem ich das Gleichnis von Bruce Lipton (ein bekannter Zellbiologe) mit den Zellen verwende. Lipton fand durch seine Forschungen heraus, dass das eigentliche „Gehirn“ der Zelle nicht im Zellkern sitzt, sondern in der Zellmembran. Und dieses „Gehirn“ ist im Grunde nur ein Empfänger von äusserer Information über verschiedene Rezeptoren, aufgrund dieser Information wird die Zelle gesteuert. Wenn man sich den Marsrover der NASA vorstellt, so fährt er zwar über die Marsoberfläche, wird aber von der Erde aus gesteuert – so könnte man sich im Groben auch die Zelle als ein Vehikel vorstellen, das von einer anderen Stelle aus gesteuert wird (nämlich von unserem Bewusstsein). Ich will an dieser Stelle gar nicht näher darauf eingehen, wer darüber nur fragend die Stirn runzelt, kann sich zur weiteren Information z.B. folgendes Interview von Bruce Lipton zusamen mit Tom Campbell ansehen, worin er auch genau darauf eingeht:

Wenn nun also die Zellmembran, also die Oberfläche der Zelle, die Steuereinheit darstellt, wäre es evolutionstechnisch sinnvoll, die Oberfläche so groß wie möglich zu entwickeln (um die Möglichkeiten des Organismus zu maximieren). Das geschah bei der einzelnen Zelle bis zu einer Größe, die sich als optimal für den Organismus herausstellte, wo dann die Evolution der einzelnen Zelle halt machte. Da das Leben aber aus stetiger Weiterentwicklung besteht, musste ein Weg gefunden werden, die Oberfläche noch weiter zu vergrößern, ohne die Überlebensfähigkeit der Einzelzelle durch weitere Vergrößerung der Zelle zu verschlechtern. Dadurch bildeten sich Gemeinschaften von Zellen, Einzeller entwickelten sich zu Vielzellern, und durch die Zusammenarbeit vieler einzelner Zellen erhöhte sich die gesamte Oberfläche wieder sprunghaft, es bildeten sich komplexere Lebensformen, die wesentlich mehr Möglichkeiten hatten als zuvor. Es dauerte eine ganze Weile, bis sich ein so komplexes Lebewesen wie der Mensch mit insgesamt 100 Billionen Zellen im Zellverband entwickelte, aber auch hier stoppte die Entwicklung des einzelnen Menschen dann bei der optimalen Größe. Das war vor vielen zehntausenden Jahren. Seither wird wieder versucht, die Gesamtoberfläche zur Weiterentwicklung zu maximieren – Menschen schlossen sich in Familien, Gruppen, Stämmen, Nationen etc. zusammen. Hieraus ergibt sich logischerweise auch der Sinn und Zweck globaler Zusammenarbeit – wir sind alle Teil eines größeren Ganzen (das dann ebenso wieder Teil eines größeren Ganzen ist).

Im Moment ist das Lebewesen „Menschheit“ noch äusserst instabil und könnte sich auch noch zu einer Fehlgeburt entwickeln, wenn die einzelnen Zelleinheiten nicht vollständig kooperieren. In einem einzelnen Körper entstehen, wenn Zellen gegeneinander arbeiten, Krankheiten wie Krebs oder Autoimmunstörungen – die Menschheit benutzt gerne Waffen, um sich gegenseitig umzubringen. Um unser Potential entfalten zu können, ist es unumgänglich, harmonisch miteinander zusammenzuarbeiten. Jegliche künstliche Trennung voneinander wie z.B. Grenzziehungen, Glaubenssätze (Vorurteile), Ängste oder andere Egothemen säen immer nur Konflikte. Damit will ich nicht sagen, dass diese Abgrenzungen von vornherein Unsinn waren, sie dienten eine Zeitlang dazu, unsere Entwicklung zu schützen. So wie wir einem Baby Windeln anziehen, damit nicht alles schmutzig wird, ist das genauso eine Zeit lang sinnvoll – aber wenn man mit 18 immer noch Windeln trägt, ist das nicht mehr sinnvoll (Nachtrag: Ja, windelfrei ist natürlich ebenso eine Option, für diese Metapher aber unpassend).

Wir sind jetzt in einer Zeit inkarniert, in der es wichtig ist, dass mehr und mehr Menschen ihre Perspektive erweitern, um den Weg der Harmonie einzuschlagen. Und das allerwichtigste, um die Zusammenarbeit Aller zu gewährleisten ist: Die eigene Liebesfähigkeit zu erhöhen – denn nur die Liebe kann uns näher zusammenbringen. In der Tat ist dies die wichtigste aller Aufgaben, denn jeder Einzelne kann das vollbringen – und nur der Einzelne, kein Anderer kann das für einen machen. Je mehr Menschen sich darin erfolgreich weiterentwickeln, desto besser wird das Leben sowohl für den Einzelnen als auch für die Menschheit als Ganzes.

So sitzen wir alle in einem Boot,

Geri

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Über Geri

www.bauchstimme.at
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3 Antworten zu Alle in einem Boot

  1. Christina Müller schreibt:

    grunz sagt mein bauch! ein köstlicher artikel! und witzig – hab gerade am mittwoch mit einer pj freundin genau darüber gesprochen… grins, c

    • Sandra schreibt:

      Liebe Christina!

      Danke Herzlich für deine liebe Antwort und so eine Synchronizität ist lustig.

      Herzlich nach Wien.
      Sandra

    • gerisch schreibt:

      Das freut mich, wenn ich so ein schönes Feedback bekomme – besonders wenn es sowas grundehrliches wie ein Bauchgrunzen ist. Beim nächsten mal wünsche ich mir noch eine Audioaufnahme des Grunzens dazu, um die Antwort noch besser einschätzen zu können 😉

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