Eine Reise durch das Human Design Mandala – eine Alternativversion

Hallo meine lieben Leser, wieder einmal hat es ein wenig gedauert, bis ich einen neuen Beitrag veröffentlicht habe, aber bei emotionalen Menschen wie mir müssen die Dinge eben ein wenig reifen, bis was Gutes dabei herauskommt 🙂

Heute geht es um das Buch von Hans-Werner Janssen, das ich kürzlich gelesen habe „Eine Reise durch das Human Design Mandala“, bzw. um die Inspiration, die ich dadurch bekommen habe.

Janssen

Das Buch ist sehr gut geschrieben und meines Erachtens sehr empfehlenswert, aber man sollte mit der Materie schon einigermassen vertraut sein, um die ganze Schönheit des Werkes zu erfassen. Hans-Werner Janssens Grundidee ist einfach aber lehrreich: Er startet mit einer leeren Körpergrafik und trägt – angefangen bei Tor 13 – nach und nach alle Tore, wie sie im Mandala aufgereiht sind, in die Körpergrafik ein und schaut sich an, was wann gebildet wird. Welche Kanäle werden als erstes und letztes definiert? Welche Zentren werden in welcher Reihenfolge definiert? In welchem Viertel sind welche Themen und Übergänge zu beobachten? Was mir persönlich am Besten gefiel, waren die kurzen Exkurse zu Beobachtungen, die sozusagen „am Rande“ gemacht wurden und das die Bedeutung der Oppositionen so schön dargelegt wurde. Jedes Torthema wird erst mit seiner Opposition zusammen vollkommen abgerundet, erst beide Tore zusammen bilden ein harmonisches Ganzes (was vermutlich auch ein Grund ist, warum dem Inkarnationskreuz und den Mondknoten spezielles Gewicht zugeordnet wird, da ja hier automatisch zwei Oppositionen entstehen).

Faszinierend fand ich speziell auch die Tatsache, wenn man Tor 25, den Frühlingspunkt als Starthexagramm wählt, die vier Grundtypen in ziemlich genau dem Verhältnis auftreten, in dem sie bei den Menschen praktisch auftreten  – wobei Reflektoren hierbei auf 4% statt 1% Verbreitung kommen würden und alle Generatoren manifestierende sind. Warum ich das spannend finde? Weil ich der Typenlehre mittlerweile eher kritisch gegenüberstehe (das warum wird wohl auch beizeiten einen Blogartikel füllen), aber dennoch gibt es mit einem wirklich legitimen Anfangspunkt hier eine erstaunliche Korrespondenz, es wirkt in keiner Weise konstruiert.

So viel zu dem Buch selbst, und nun zum neuen, interessanten Teil, worauf mich das Buch gebracht hat: Wenn ich derselben Idee wie der Buchautor folge, aber jetzt auch die logische Hexagrammnummerierung nach dem Binärsystem heranziehe (wer meinen Artikel hierzu noch nicht gelesen hat, sollte das jetzt tun, wenn er nur Bahnhof versteht), komme ich auf einen anderen Startpunkt als Tor 13, der aber ebenso legitim ist und sogar die Struktur der Viertel intakt lässt. Zur Veranschaulichung nun das Rad mit der binären Nummerierung:

mandala binär taichi2

Wie ich gerade sehe, sollte man (vielleicht sogar ich 😉 … ein andermal) die Farben invertieren, denn Weiss steht üblicherweise für Yang und Schwarz für Yin, aber das soll bei der weiteren Betrachtung nicht stören. Das Starthexagramm meiner Wahl wäre Tor 2 (nach neuer Nummerierung Tor 0). Warum das? Tor 2 ist „Das Empfangende“, Yin in seiner reinsten Ausprägung, ein absolut leeres Gefäß, reine Form, die darauf wartet, befüllt zu werden, hier so wunderbar treffend als Ziffer 0 versinnbildlicht. Hier kommt der Kristall in seine Form, passend zum Überthema dieses Viertels – und als erstes werden 7 Tore in der Kehle aktiviert. Wenn wir uns das Design der Schwangerschaft betrachten, ist das Kehlzentrum das allererste, was nach der Konzeption (Tor 2) gebildet wird. Auch der erste Kanal, der gebildet wird (31-7 , hier nummeriert als 28-2), ist mit dem ersten Kanal, der im Fötus entsteht, ident.

Mit dem Ende des ersten Viertels löst sich dann allerdings auch der enge Zusammenhang mit der körperlichen Entstehung auf, hier herrscht schliesslich der nächste Lebensabschnitt vor – in Beziehung treten mit anderen Menschen und mit der Welt an sich. Hier können wir gewissermaßen voll in die Maia gehen, nachdem unser Vehikel dafür bereits voll ausgebildet ist. Eine kurze Nebenbemerkung zu den Oppostionsthemen – das ist noch ein Hinweis darauf, daß die binäre Nummerierung die logischste ist – hier ist die Summe von zwei Oppositionstoren stets 63 (gleichbedeutend mit einem Hexagramm voller Yang Linien, also „Himmel über Himmel“), was wiederum die Sichtweise bestärkt, daß erst zwei Oppositionsthemen zusammen voll in Harmonie sind.

Wir wandern weiter bis zum Tor 1 (nun als 63 nummeriert) und kommen zum Viertel der Transformation, die Dinge ändern sich, wir werden uns unserer Sterblichkeit bewußt und bereiten uns auf den Tod vor, dem wir uns über Tor 19 „Die Annäherung“ annähern, bis wir im Tor 13 „Gemeinschaft mit Menschen“ wieder zurückkehren in die große Gemeinschaft der Seelen bzw. Kristalle. Interpretieren wir also dieses „geistige“ Viertel als die „Zwischenwelt“ zwischen Tod und Wiedergeburt, dann finde ich es spannend, daß als erstes alle Hexagramme mit der Basis „Feuer“ durchlaufen werden. Man könnte sagen, wir landen im „Fegefeuer“, um alle noch anhaftenden (emotionalen) Themen, die wir noch nicht ganz loslassen konnten, jetzt loszuwerden (notfalls auszubrennen), um wieder in den Zustand der Unschuld – das darauffolgende Hexagramm 25 (hier nummeriert als 57) zurückzukehren. Von hier erfolgt die Initiation, die Planung für das nächste Leben, in das wir über das Tor 24 (hier nummeriert als 1) „Die Wiederkehr“  schließlich wieder in Tor 2 „empfangen“ werden und wir die nächste Inkarnationsrunde beginnen. Kurioserweise kommen wir hier in der binären Nummerierung ja von der 1 zur 0, man könnte es auch als Bildnis der Samenzelle sehen, die die Eizelle sucht. Eine weitere spannende Koinzidenz betrifft das christliche Fest Christi Himmelfahrt, das zeitmässig in oder um die Zeit von Tor 2 gefeiert wird (abhängig von Ostern). Erst zu diesem Zeitpunkt stieg Jesus der Überlieferung nach vollständig in den Himmel auf, ohne seinen Leib zurückzulassen – oder wie ein Hinduist es ausdrücken könnte – er durchbrach den Kreis der Reinkarnation (Samsara) und musste nicht mehr weiter inkarnieren. Er kehrte sozusagen kurz wieder (Tor 24), ging dann aber nicht mehr ins Fleisch (Tor 2).

Durch die neue Nummerierung verlieren die Tore 63 und 64 ihren alten „besonderen“ Platz, da ja nun Tor 2 den Anfang als 0 und Tor 1 das Ende als 63 darstellen, dennoch haben sie noch besondere Positionen. Tor 64 „Vor der Vollendung“, im Viertel der Beziehungen, ist nun Nummer 42 und Tor 63 „Nach der Vollendung“, im Viertel des „geistigen“ ist nun Nummer 21. Diese beiden Torwerte dritteln den Kreis gewissermassen, da ja 0+21=21  21+21=42  42+21=63, obwohl ihre Position im Rad keineswegs dieser Drittelung entspricht (was auch nicht möglich wäre, da sie ja Oppositionen sind).

Noch eine kuriose Beobachtung, die ich machte: Im gesamten Kreis wäre der Zenit ja bei Tor 1 (hier Nummer 63) erreicht, aber wenn wir nur die ersten drei Drittel als die körperliche Erfahrung betrachten, würde die Lebensmitte, welche ich jetzt mutig als „Zenit des Körperlichen“ bezeichne, in Tor 46 (hier Nummer 6) liegen, in der „Liebe zum Körper“. Hier vervollständigt sich das Umgebungsthema endlich, indem die Opposition sich hinzugesellt. Damit könnte man Tor 46 als Korrespondenz zum Mondknotenwechsel sehen und Tor 1 als Korrespondenz zum Chiron Return (wo es heisst „Runter vom Dach und marsch, transformieren!“).

Natürlich ist diese Betrachtung jetzt noch nicht das Alpha und das Omega, und es fehlen noch jede Menge Details zu den einzelnen Toren, aber es ist auch nicht meine Absicht, das hier in solche Tiefen zu führen, wie Hans-Werner Janssen es in seinem Buch getan hat. Schließlich war es nicht meine Absicht, das Rad neu zu erfinden, sondern eine andere Perspektive aufzuzeigen, ein Bild zu malen, welches größere Zusammenhänge aufzeigen soll, ohne sich jetzt zu stark im Detail zu verlieren. Menschen sollen dadurch inspiriert werden, schließlich ist der Sinn und Zweck von Verständnis ja nicht, das Verstandene für mich zu behalten, sondern es mit allen Menschen zu teilen – wir befinden uns ja schließlich in der Mechanik des Kollektivs (oder zumindest ich mit meiner 63-4 😉 ).

in diesem Sinne viel Inspiration,

Geri

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Über Geri

www.bauchstimme.at
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