Wofür ist Human Design eigentlich gut?

Was macht Human Design? Wobei kann es mir helfen? Diese Fragen sind sehr elementar aus meiner Perspektive, weil ich immer wieder in Kontakt mit Menschen komme, die keine Ahnung vom Human Design System haben, von denen ich aber glaube, dass sie davon sehr profitieren könnten. Und nicht immer kann ich diesen Menschen eine prägnante Antwort auf diese Fragen geben, die wirklich vermitteln kann, welche Schätze mit diesem System geborgen werden können. Darum möchte ich mit diesem Artikel versuchen, eine Antwort zu formulieren, die auch einigermassen verständlich ist für jemanden, der noch nie damit zu tun hatte.

HDS Grafik Inspiriert wurde ich hierzu übrigens von einem Vortrag von Prof. Michael Lehofer, der in seiner gewohnt witzig-weisen Art über die daoistische Sichtweise der Welt referierte. Das Thema hat mich entzückt (obwohl der eigentliche Titel des Vortrags „SINN-voll Leben“ lautete hat er über Daoismus referiert, was genialerweise den Kern des Themas traf, ohne ihn direkt anzusprechen, also im Grunde angewandtes Wu Wei), da der Kern des Human Design meines Erachtens ja auch daoistisch ist, nachdem die Basis dieses Systems das Yi Jing (I Ging) ist.

In diesem Vortrag wurde Hermann Hesse zitiert, der wiederum Konfuzius (oder war es doch Lao-Tse?) zitierte, als er gefragt wurde, was denn das wichtigste im Leben sei. Seine Antwort lautete „Treue zu dir selbst und Güte zu Anderen“.

Treue zu dir selbst in dieser daoistischen Perspektive heisst, nicht etwas Äusseres sein zu wollen und nicht an irgendwelchen erdachten Zielen festzuhalten, sondern einfach zu sein, wie und wer man ist und dem Fluss des Lebens zu folgen.  In unserer modernen westlichen Gesellschaft wird der Begriff der Freiheit oft gleichgesetzt damit, Möglichkeiten zu haben bzw. schaffen – z.B. ich kaufe mir ein Auto, damit ich jederzeit nach Graz fahren kann. Aber um mir das Auto leisten zu können und es zu erhalten, muss ich bereits eine gewisse Zeit an Arbeit verrichten, somit relativiert sich die Freiheit, jederzeit nach Graz fahren zu können auf die Frage „Wann habe ich überhaupt Zeit dazu, nach Graz zu fahren, ich muss ja schliesslich auch arbeiten…?“ Ein Daoist hingegen würde sich kein Auto kaufen, er würde einfach darauf warten, dass sich für ihn Möglichkeiten ergeben, nach Graz zu kommen – seien es öffentliche Verkehrsmittel oder eine Mitfahrgelegenheit. Und würde sich keine Möglichkeit dazu bieten, dann könnte er das genauso annehmen, da er einfach darauf vertraut, dass ihm der Fluss des Lebens jene Möglichkeiten anbieten wird, die richtig für ihn sind. Damit sind die Möglichkeiten zwar beschränkter, jedoch gewinnt man dadurch die Freiheit, auf alle Dinge reagieren zu können, die einem das Leben anbietet – was einem nicht möglich ist, wenn man viel Energie darauf verwendet, eigene Möglichkeiten schaffen zu wollen. Das heisst, man ist nicht gezwungen, eine Arbeit zu verrichten, die man eigentlich gar nicht mag, nur um seine selbsterdachten (bzw. welche einem in den Kopf gesetzt wurden) Möglichkeiten zu finanzieren. Man hat die Möglichkeit, stattdessen ganz frei das zu tun, was man liebt – man kann sich selbst treu sein, anstatt Dingen hinterherzulaufen, die für das eigene Leben letztendlich nicht relevant sind – wären diese Dinge relevant, würden sie sowieso auf einen zukommen.

Ra Uru Hu formulierte es so schön mit „We are human beings, not human doings“ – sei einfach du selbst, und du ziehst alles an, was korrekt für dich ist. Im Grunde können wir auch gar nicht anders – „We have no choice“, wie er auch so schön sagte, nur unser Verstand kann uns unser Leben zur Hölle machen, wenn er uns weismachen will, dass das ja nicht ausreicht und wir müssten Dieses und Jenes unbedingt haben. Wenn wir uns dessen bewusst werden, dass unser Leben einen Sinn und Zweck hat, den wir tief in uns tragen und den wir nicht im Aussen finden können – wenn wir uns dem, wie wir im Innersten sind, voll und ganz hingeben können, dann haben wir einen wichtigen Schritt in Richtung Glück und Freiheit getan. Denn dann haben wir das erreicht, wobei uns das Human Design helfen will – uns selbst zu lieben, uns selbst treu zu sein.

Um die Wichtigkeit dessen noch einmal zu unterstreichen, was es bedeutet, sich selbst zu lieben, gibt uns dazu sogar das Neue Testament in einem der bekanntesten Aussprüche von Jesus Auskunft; Als er gefragt wurde, welches denn das höchste Gebot sei, antwortete er: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Wenn wir also den Nächsten lieben wollen, müssen wir auch erstmal uns selbst lieben können. Und wenn wir uns selbst und alles an uns lieben können, tun wir uns auch viel leichter, jeden Anderen in seiner Einzigartigkeit zu lieben. Das will das Human Design also erreichen und die Tiefe und Schönheit dieses Ansatzes lässt mich auch heute noch staunen.

In diesem Sinne love yourself,

Geri

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Über Geri

www.bauchstimme.at
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