Grundsätzliche Betrachtung zur Reihenfolge der I Ching Hexagramme

Mein erster Blogeintrag und schon so ein bedeutungsschwerer Titel – ich bin eben ein sehr pragmatischer Typ ;). Aber kommen wir zum Thema –  die 64 Hexagramme des I Ching bilden nunmal den wesentlichen Kern des Human Design Systems und ich weiss, dass sich auch schon andere Menschen über die Reihenfolge Gedanken gemacht haben. An dieser Stelle möchte ich mich auch gleich bei Andreas Ebhart bedanken, der mir dazu einige Gedankenanstösse gegeben hat und der sich sicher noch intensiver mit der Thematik auseinandergesetzt hat.

Jeder, der sich schon ein wenig mit Human Design beschäftigt hat, kennt natürlich die fixe Zuordnung der 64 Hexagramme zum astrologischen Tierkreis, ich nenne es hier einfachheitshalber das Rad:

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(Quelle: http://www.humandesigncommunity.com)

Wenn man sich schon etwas tiefer mit der Materie befasst hat, zumindest war das bei mir der Fall, erkennt man die perfekt logische Anordnung dieser Hexagramme, sie sind nach ihren unteren Trigrammen geordnet und jedes gegenüberliegende Hexagrammpaar ist invers zueinander, d.h. als Beispiel

Tor 63 Iching-hexagram-63.svg liegt gegenüber von Tor 64 Iching-hexagram-64.svg , wie man sehr schön sehen kann, ist jede Yin-Linie in dem einen Hexagramm eine Yang-Linie im Anderen. In dieser speziellen Anordnung, die übrigens schon Jahrtausende alt ist, gilt das für alle Hexagramme.

So weit, so logisch. Was ich mich persönlich aber bald fragte: Warum ist die Nummerierung von 1 bis 64 keiner sichtbaren Logik unterworfen? Diese klassiche Nummerierung (welche aber nicht die einzige bekannte ist) folgt offenbar keiner durchgängigen Logik, so wie es bei der Reihenfolge im Rad sehr wohl der Fall ist. Dabei könnte man die Tore viel natürlicher und eleganter durchnummerieren, da ja jedes Hexagramm bereits eine binäre Repräsentation einer Zahl darstellt.

Für alle, die sich mit Binärzahlen nicht auskennen ein kurzer Exkurs: In unserem allseits bekannten dezimalen System benutzen wir die Zahlen 0 bis 9, sobald eine Zahl größer als 9 dargestellt werden soll, muss ich eine neue Stelle hinzufügen, also folgt dann die 10, und wenn ich dann bei beiden Stellen bei 9 angelangt bin (99), muss ich eine weitere Stelle hinzufügen und so weiter und so fort… ist uns allen so geläufig, dass wir nicht weiter darüber nachdenken.

Nun können wir Zahlen auch mit anderen Systemen darstellen, wie z.B. im Binären, wo wir nur die Zahlen 0 und 1 verwenden, d.h. ich brauche bereits eine zusätzliche Stelle, wenn ich eine Zahl größer als 1 darstellen will, brauche ich bereits eine weitere Stelle, also wäre die 2 im Binären System 10, 3 wäre 11, 4 wäre 100 und so weiter und so fort.

Im I Ching kennen wir auch nur zwei verschiedene Zustände für eine Linie: entweder Yin, eine unterbrochene Linie oder Yang, eine durchgezogene Linie. Wenn wir das aufs Binärsystem umlegen, entspricht damit eine Yin-Linie der 0 und eine Yang-Linie der 1 (theoretisch könnten wir das auch genau anders festlegen, aber es erscheint mir logischer, wenn „das Aufnehmende“ Yin der 0 entspricht).

Binär ausgedrückt wäre somit Tor 64 Iching-hexagram-64.svg gleichbedeutend mit 101010, was in dezimaler Schreibweise 42 wäre , was ja auch bekannterweise die Anwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest ist 😉 Wenn man jetzt alle Tore nach ihrer binären Struktur durchnummeriert, sähe das im Rad so aus:

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Die eingezeichneten Linien, die ich hinzugefügt habe, verbinden immer eine Zahl mit der nächsthöheren also 0 mit 1, 1 mit 2, 3 mit 4 usw. – da sich hier ein ausgesprochen geordnetes Muster ergibt, habe ich alle parallelen Linien farblich unterschieden (versuchen Sie mal, dieselben Linen bei der klassischen Nummerierung zu ziehen, für mich war keinerlei Ordnung erkennbar). Von diesen parallelen Linien gibt es hier übrigens einmal 32, einmal 16, einmal 8, einmal 4, einmal 2 und eine einsame, für die kein Partner übrigbleibt (auch nicht, wenn wir die 63 wieder mit der 0 verbinden würden, Pech gehabt). Was ich an diesem entstandenen Muster faszinierend finde: Man könnte hier mit etwas Phantasie noch etwas darin erkennen – dafür müssten wir erstmal eine Schlangenlinie hinzufügen:

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Na, wer erkennt es schon?

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Hoppla, hat sich hier wirklich ein Tai Chi Symbol versteckt? Na gut, ich habe ein schon ein wenig nachgeholfen, aber immerhin lässt es sich sehr gut hineinlegen – es wäre wohl etwas weit hergeholt, hier den Ursprung des Tai Chi zu vermuten. Was diese kleine Übung hier demonstrieren soll, ist die inherente Ordnung anschaulich zu machen, die in den Hexagrammen selbst steckt, wenn man sich von der klassischen Nummerierung wegbewegt. Auch in der Körpergrafik lassen sich mit dieser Reihenfolge der Tore einige interessante Regelmäßigkeiten entdecken, jedoch leider keine durchgängige Logik, wie sie im Rad zu finden ist.

Auch wenn diese Überlegungen nicht direkt mit der Praxis des Human Design zu tun haben, ist es doch immer wieder interessant, das Human Design Rad auf alle Möglichen Weisen zu betrachten, es lässt sich immer wieder Interessantes darin finden.

In diesem Sinne noch ein fröhliches Betrachten,

Geri

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Über Geri

www.bauchstimme.at
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